Herbstreise 2020

Vom Gardasee durch die Toskana nach Orvieto und weiter in den Gran Sasso Nationalpark, in den Sibellini Nationalpark und an Ancona vorbei und über die Dolomiten wieder zurück nach Hause.

Von dieser Reise gibt es hier einige Bilder als Diashow zu sehen. Zum Vergrössern die Bilder anklicken und mit den Pfeilen links oder rechts geht es zum nächsten Bild.

Erste Station war der Gardasee wo für ein paar Tage Station machten. Wir trafen uns mit Freunden und auch einige Touren mit dem Mountainbike gehörten mit zum Programm.

Nach dem Gardasee haben wir einen Abstecher nach San Gimnigano gemacht. Diese Stadt wird wegen einiger sehr hohen Türme auch das „Manhattan der Toskana genannt“. 

Weiter ging es in die Maremma nach Alberese wo eine kleine Metzgerei eine ausgezeichnete Wildschweinsalami anbietet. Anschliessend waren wir noch in Saturnia wo wir nach 2 Regentagen weiterfuhren. Die nächsten Ziele waren Sovana und Pitigliano. Sehenswert sind hier unter anderem auch die „Hohlwege“ welche die Etrusker 2 bis 3 Jahrhunderte vor Christus angelegt hatten.

Und hier noch ein kleiner Film über die Hohlwege der Etrusker bei Sovana:

Kann man sich kaum vorstellen dass diese Hohlwege alle von Hand aus dem Fels geschlagen wurden. Sie sind bis zu 20 Meter tief und es gibt einige davon.

Vom Bolsena See aus fuhren wir zuerst nach Civita di Bagnoregio. Das Dörfchen ist ein Ort aus einer anderen Zeit. Nur durch eine Fußgängerbrücke zugänglich wird der Ort nur von wenigen Menschen bewohnt. Vom sterbenden Dorf wurde dieser Ort zum Vorzeigedorf. Inzwischen gilt Civita di Bagnoregio als eines der schönsten Dörfer Italiens. Das mittelalterliche Städtchen, dass nur über eine Fußgängerbrücke erreicht werden kann und deshalb von Autos bis heute vollkommen verschont geblieben ist, bietet einen kurzen aber intensiven Blick, mitten in die Geschichte Italiens. Auch wenn es anfangs noch geregnet hat wurde der Besuch dieses Dorfes zu einem absoluten Höhepunkt unserer Reise. Als dann nach einem vorzüglichen Mittagessen auch noch die Sonne rauskam war der Besuch perfekt.

Die nächste Station unserer Reise war Orvieto. Die gesamte Altstadt ist auf einem Felsplateau aus Tuffstein errichtet. Dieser Stadtfelsen ist von einem Labyrinth von Kellern, Gängen und riesigen Zisternen durchzogen, von dem ein kleiner Teil wieder für die Besichtigung erschlossen wurde. Das haben wir gemacht und eine Tour „Orvieto Underground“ gebucht. Das war schon sehr interessant zu sehen wo und wie sich früher das Leben in Orvieto unter der Erde abgespielt hat. Orvieto hat ausserdem einen sehr schönen Stellplatz für Wohnmobile, komplett ausgestattet, mit Sanitärgebäude. Und das Stadtzentrum ist schnell vom Platz aus zu erreichen. Zu Fuss zur Standseilbahn und man ist schon oben auf dem Plateau, und das alles in ein paar Minuten. Sehenswert ist auch der Dom mit seiner romanisch-gotischen Architektur. Auch der Torro del Moro mit seinen 240 Stufen bis zur Spitze ist sehenswert, wenn auch vielleicht etwas anstrengend.

Wir fuhren weiter über L’Aquila zum Nationalpark GRAN SASSO und fahren vorbei an der Talstation von der Seilbahn über eine lange Strasse stetig bergauf zum Hochtal des Gran Sasso, auch Italiens „Klein Tibet“ genannt. Weiter ging es zum Campo Imperatore. Hier wurde im 2. Weltkrieg Mussolini gefangen gehalten und in einer spektakulären Aktion von deutschen Fallschirmjägern befreit und nach Deutschland ausgeflogen. Hier, auf 2100 m, haben wir dann die Nacht bei Vollmond und 5 Grad Aaussentemperatur verbracht. Es gibt hier unzählige Wanderwege und man kann auch den höchsten Berg der Abruzzen, den Corno Grande besteigen. Wegen Neuschnee weiter oben habe ich aber davon abgesehen, aber die Zeit für einen Ausflug zur Rifugio Duca deli Abruzzi auf 2388 m am Morgen war noch vorhanden. Glück gehabt, eine Stunde später war schon wieder alles in den Wolken.

Wir verlassen den Gran Sasso Nationalpark, nicht ohne ein paar Hindernisse auf dem Weg (siehe Video) auf einer Nebenstrasse Richtung Amatrice. In dieser Gegend gab es im Jahr 2016 ein schweres Erdbeben das Amatrice fast vollständig zerstörte und auch noch viele kleine Dörfer in der ganzen Gegend und es gab 240 Tote. Kurz vor Amatrice in dem kleinen Dorf Retrosi haben wir einen kleinen Stellplatz gefunden. Auch dieser Dorfkern wurde komplett zerstört und ich hatte Gelegenheit einige Bilder zu machen und es war ein beklemmendes Gefühl durch diese Ruinen zu gehen. Die Bewohner wohnen oberhalb des Stellplatzes immer noch in Notunterkünften und wie es scheint ist bisher nichts geschehen Richtung Wiederaufbau.

Wir verlassen Retrosi in Richtung Sibellini Nationalpark mit dem Ziel Assisi. Bei der Weiterfahrt mussten wir durch Amatrice fahren und es war beklemmend links und rechts von der Strasse die Ruinen oder was noch vorhanden war zu sehen. Anscheinend beginnt man mit dem Wiederaufbau was man so zu sehen bekam. Wir konnten nicht stehen bleiben und wir sahen in der Nähe auch keine Parkmöglichkeit. Im weiteren Verlauf sahen wir noch einige Dörfer abseits der Hauptstrasse mit massiven Schäden, ausgelöst von dem Erdbeben. Auch in Castelluccio im Sibellini Nationalpark, das wie soviele Dörfer auf einem Hügel thront, ist der Ortskern völlig zerstört und komplett abgesperrt. Unterhalb der Ortschaft machten wir Pause und bekamen netten Besuch am Wohnmobil. 3 Esel standen vor der Türe und hofften dass für sie was abfällt (siehe Bilder). Die nördliche Strasse aus dem Park ist seit dem Erdbeben gesperrt und so mussten wir den ganzen Weg Richtung Norcia wieder zurück um auf unsere ursprüngliche Rute zu kommen. Dann hat auch das Navi noch gestreikt und so kam es dass wir uns auch noch verfahren haben. Bis Assisi haben wir es nicht mehr geschafft denn es wurde dunkel und so haben wir ca. 30 Km vorher ein einer kleinen Ortschaft einen Stellplatz gefunden.

Wir fuhren nach Assisi aber starker Regen hat uns dann von einer Besichtigung abgehalten. Also ging es weiter nach Porto Recanati an’s Meer. Allerdings war durch den vorangegangenen Sturm die Brandung so stark dass es schon lebensgefährlich gewesen wäre noch zu baden. Dann fuhren wir halt weiter in den nahe gelegenen Pilgerort Loreto wo es unterhalb der Basilika einen schön gelegenen Stellplatz gibt. Loreto, aber vor allem die Basilika ist sehenswert. In ihrer Mitte ist das „Heilige Haus der Jungfrau Maria“ das mit einer kunstvollen Marmorverkleidung versehen ist.

Bei dieser Brandung geht wohl keiner mehr rein zum Baden !

Wir setzten unsere Fahrt fort, nächstes Ziel war Venedig. Es gibt in Mestre einen Stellplatz, ideal um Venedig zu besuchen. Nach 10 min. zu Fuss ist man bei der Trambahn und landet dann direkt an der Piazzale Roma. Weiter ging es zu Fuss Richtung Rialto Brücke. Wir dachten dass auf Grund der Corona Situation nicht viel Touristen in der Stadt wären, aber dem war nicht so. Es war zwar nicht „übervoll“, doch gut besucht allemal. Hier noch ein paar Eindrücke aus Venedig, wobei man sich schon fragen muss wie lange Venedig noch überleben wird. An vielen Gebäuden nagt der Zahn der Zeit ganz gewaltig.

Eigentlich wollten wir in den Dolomiten noch ein paar Tage verbringen, doch spätestens am Falzarego Pass wurde uns klar: das wird nichts mehr. So fuhren wir noch Richtung Toblach wo wir noch eine Nacht verbrachten. Am nächsten Tag besuchten wir noch den Pragser Wildsee und fuhren dann zum Biathlohn Zentrum nach Antholz. Über den Staller Sattel und den Felbertauern Tunnel ging es dann zurück. Trotz Corona und einigen Beschränkungen war es eine schöne Reise und wir haben mal wieder viel gesehen.